Der Multi-Prozess Firefox

Das zentrale Schlagwort bei Firefox ist zurzeit Electrolysis oder kurz e10s. An dieser Technik bastelt Mozilla (seit 2009) schon lange. Doch jetzt endlich kommt dieses e10s so richtig in Fahrt. E10s sieht einen modularen Aufbau vor, bei dem Webseiteninhalte in einem eigenen Prozess, unabhängig vom Browser gerendert werden. Das soll höhere Geschwindigkeiten und mehr Stabilität bringen. Browser wie Chrome und Safari setzen schon länger auf die Technik.

E10S bringt unter der Haube sehr weitreichende Änderungen mit sich und hat daher noch keinen finalen Status erreicht. Unter anderem bedingt die Umstellung auf E10S, dass Add-ons angepasst werden müssen. Derzeit gibt es noch einige Inkompatibilitäten, die eine vollständige Veröffentlichung verhindern.

In den aktuellen Desktop-Versionen des Firefox läuft der gesamte Browser in einem einzigen Betriebssystem-Prozess. Insbesondere läuft der JavaScript-Code, welcher die Browser-Benutzeroberfläche (auch „chrome code“ bekannt) ausführt, im selben Prozess wie der Code von Webseiten (auch „Content“ oder „Web Content“ genannt). Zukünftige Versionen von Firefox werden die Browser-Benutzeroberfläche in einem vom Web Content separaten Prozess ausführen. In der ersten Iteration dieser Architektur werden alle Browser-Tabs im selben Prozess laufen, getrennt vom Prozess, in dem die Browser-Benutzeroberfläche ausgeführt wird. In zukünftigen Iterationen, wollen wir jedes Browser-Tab in einem eigenen Prozess ausführen. Das Projekt, welches den Multiprozess-Firefox abliefern soll, nennt sich Electrolysis (manchmal abgekürzt als e10s).

MDN

Mozilla hat mit der letzten Version (Firefox 48) begonnen den Nutzern den neuen Multi-Prozess-Firefox zugänglich zu machen. Man hat bei Einführung Firefox 48 zunächst einem Prozent der Nutzer e10s aktiviert. Voraussetzung war dass man keine Erweiterungen installiert hat.

Jetzt, mit Firefox 49 kann man diesen Firefox zusammen mit einigen kompatiblen Add-ons nutzen. Mozilla hat sich zum Ziel gesetzt ab Firefox 50 diese Technik allen Nutzern zur Verfügung zu stellen.

kompatible Add-ons für e10s ab Firefox 49

Quelle: Sören Hentzschel

  • GreaseMonkey (Version 3.8 oder höher)
  • Download YouTube Videos as MP4 (Version 1.8.7 oder höher)
  • Video Download Helper (Version 5.6.1 oder höher)
  • Mozilla Lightbeam (Version 1.3.0.1 oder höher)
  • Adblock Plus (Version 2.7.3 oder höher)
  • uBlock Origin (Version 1.7.6 oder höher)
  • Emoji Cheatsheet (Version 1.1.1 oder höher)
  • Awesome Screenshot Plus (Version 3.0.10 oder höher)

Per „about:support“ (Eingabe in die Adressleiste) kann man festzustellen, ob die eigene Firefox-Version bereits e10s verwendet. Ist e10s aktiviert, wird dies über die Angabe „1/1 (standardmäßig aktiviert)“ in der Zeile „Fenster mit mehreren Prozessen“ angezeigt.

E10s kann per „about:config“-Schalter aktiviert werden. Dazu muss per Hand der Boolean-Schalter browser.tabs.remote.force-enable angelegt und im den Wert „true“ zugewiesen werden.

Ihr seht es an dem Screenshot oben. Bei mir läuft kein Multi-Prozess-Fuchs. Die Erweiterung New Tab Override verhindert das. Mir ist dieses Feature auch nicht so wichtig. Ich warte auf die nächste Firefox-Version, die e10s bei mir dann auch aktiviert.

3 Antworten auf „Der Multi-Prozess Firefox“

  1. Die Aktivierung von e10s für einen Prozent der Nutzer in Firefox 48 ist so eine Falsch-Meldung, die irgendwie fast jede Seite übernommen hat. Keine Ahnung, wer da zuerst schlampig gelesen und wer hinterher abgeschrieben hat. 😀 Die tatsächliche Zahl war zunächst sehr viel kleiner und dann sehr viel höher! Rund 41 Prozent aller Nutzer von Firefox 48 hatten die Kriterien für e10s/Firefox 48 erfüllt. Und von diesen 41 Prozent war es ein Prozent, für den e10s aktiviert worden ist, nicht ein Prozent von den vollen 100 Prozent. Dann, im Laufe der nächsten Wochen, aber immer noch in Firefox 48 hat Mozilla auf 100 Prozent der 41 Prozent erhöht (mit einem Zwischenschritt). Also nicht ein Prozent der Nutzer, sondern erst 0,41 Prozent und dann 41 Prozent der Nutzer. 😉

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